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Von Liu Zhihua | China Daily
Aktualisiert: 6. März 2019
Die Industrie will die durch den Abbau von Überkapazitäten erzielten Impulse nutzen.
Fusionen und Übernahmen werden den Anstoß für eine nachhaltige Transformation und Modernisierung der Eisen- und Stahlindustrie geben und die Vorteile der auslaufenden Überkapazitätsabbauprogramme in diesem Sektor nutzen, sagten Branchenexperten.
Nach Angaben der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, der obersten Wirtschaftsaufsichtsbehörde des Landes, hat China die im Rahmen des 13. Fünfjahresplans (2016-20) festgelegten Ziele zur Reduzierung der Überkapazitäten im Eisen- und Stahlsektor vorzeitig erreicht, und die Bemühungen um eine weitere qualitativ hochwertige Entwicklung werden fortgesetzt.
Nachdem der Eisen- und Stahlsektor des Landes einen Abwärtstrend verzeichnet hatte, setzten sich die politischen Entscheidungsträger 2016 das Ziel, bis 2020 100 bis 150 Millionen Tonnen Überkapazitäten in der Eisen- und Stahlindustrie abzubauen.
Zum Ende des 12. Fünfjahresplans (2011-15) belief sich die Eisen- und Stahlkapazität des Landes auf 1,13 Milliarden Tonnen, was den Markt stark sättigte, während das Verhältnis der Kapazität der 10 größten Unternehmen zur Gesamtkapazität von 49 Prozent im Jahr 2010 auf 34 Prozent im Jahr 2015 sank, so das Staatliche Informationszentrum, eine dem NDRC direkt unterstellte Institution.
Die Reduzierung der Überkapazitäten ist auch Teil der laufenden angebotsseitigen Strukturreform, die auch den Schuldenabbau umfasst, um eine qualitativ hochwertige wirtschaftliche Entwicklung zu gewährleisten.
„Die Kampagne zur Reduzierung von Überkapazitäten konzentriert sich auch auf eine umweltfreundliche Entwicklung durch Maßnahmen wie den Ersatz veralteter Kapazitäten durch saubere, effiziente und fortschrittliche Kapazitäten. Dies hat zur Etablierung der weltweit strengsten Umweltschutzstandards geführt“, sagte Li Xinchuang, Präsident des Chinesischen Instituts für Planung und Forschung der Metallurgieindustrie.
„Nachdem die Phase der massiven Expansion zur Deckung der steigenden Nachfrage abgeschlossen ist, ist die Branche sowohl in der Produktion als auch im Konsum relativ stabil, was fähigen Unternehmen die Möglichkeit zur Expansion eröffnet, wobei die Dynamik bei Transaktionen in den nächsten Jahren zunehmen dürfte.“
Durch Fusionen und Übernahmen würden führende Unternehmen ihren Marktanteil erhöhen und übermäßigen Wettbewerb verringern, was der Entwicklung der Branche zugutekomme, sagte er. Er fügte hinzu, dass sowohl inländische als auch ausländische Erfahrungen gezeigt hätten, dass die Erhöhung der Branchenkonzentration bzw. des Marktanteils führender Unternehmen ein wichtiger Schritt für die Eisen- und Stahlindustrie sei, um ihre Struktur zu optimieren und sich weiterzuentwickeln.
Die derzeit zehn größten chinesischen Eisen- und Stahlunternehmen seien durch Fusionen und Übernahmen entstanden, sagte er.
Xu Xiangchun, Informationsdirektor des Beratungsunternehmens Mysteel.com für die Eisen- und Stahlindustrie, sagte, dass Fusionen und Übernahmen in der chinesischen Eisen- und Stahlindustrie in der Vergangenheit nicht so aktiv gewesen seien wie erwartet, vor allem weil die Branche zu schnell gewachsen sei und zu viele Investitionen für neue Kapazitäten angezogen habe.
Da sich Angebot und Nachfrage am Markt nun wieder im Gleichgewicht befinden, agieren die Investoren rationaler, und es ist ein guter Zeitpunkt für fähige Unternehmen, auf Fusionen und Übernahmen zur Expansion zurückzugreifen, sagte Xu.
Sowohl Li als auch Xu sagten, dass es in der Branche mehr Fusionen und Übernahmen zwischen staatlichen und privaten Unternehmen sowie zwischen Unternehmen aus verschiedenen Regionen und Provinzen geben werde.
Einige dieser Fusionen und Übernahmen haben bereits stattgefunden.
Am 30. Januar stimmten die Gläubiger des insolventen staatlichen Stahlkonzerns Bohai Steel Group Co Ltd einem Entwurf für einen Restrukturierungsplan zu, nach dem Bohai Steel einige seiner Kernaktiva an den privaten Stahlhersteller Delong Holdings Ltd. verkaufen würde.
Im Dezember wurde der Restrukturierungsplan der Beijing Jianlong Heavy Industry Group Co Ltd für den insolventen Stahlhersteller Xilin Iron & Steel Group Co Ltd in der Provinz Heilongjiang von den Gläubigern der Xilin Group genehmigt. Damit gehört der in Peking ansässige private Mischkonzern zu den fünf größten Stahlunternehmen Chinas.
Zuvor hatten einige Provinzen, darunter Hebei, Jiangxi und Shanxi, Erklärungen abgegeben, in denen sie Fusionen und Übernahmen zwischen Eisen- und Stahlunternehmen befürworteten, um die Gesamtzahl der Unternehmen in diesem Sektor zu reduzieren.
Wang Guoqing, Forschungsdirektor des Lange Steel Information Research Center, einer in Peking ansässigen Denkfabrik für die Industrie, sagte, dass langfristig einige wenige große Unternehmen den Großteil der Kapazitäten in der Eisen- und Stahlindustrie ausmachen würden und dass sich diese Entwicklung in diesem Jahr noch verstärken werde.
Das liegt daran, dass die Übernahme durch große Unternehmen für kleine Unternehmen zunehmend zur Option wird, da es für sie unter den gegenwärtigen Umständen immer schwieriger wird, ihre Rentabilität zu erhalten und gleichzeitig strenge Umweltstandards zu erfüllen, sagte sie.
Veröffentlichungsdatum: 29. März 2019